Baubranche Statistiken 2026 – Deutschland, Hessen & Kassel
Baugenehmigungen, Baupreisindex, Beschäftigung und Saisonalität – Diagramme und Tabellen für die Region, in der wir liefern.
Diese Statistikseite bündelt die wichtigsten Kennzahlen zur deutschen Baubranche – mit Fokus auf Hessen und die Region Kassel/Nordhessen. Als lokaler Baustoff- und Schüttguthändler beobachten wir Marktentwicklung, Materialpreise und Nachfrage täglich aus nächster Nähe. Die Daten eignen sich als Referenz für Planer, Bauunternehmen, Journalisten und private Bauherren.
Kennzahlen auf einen Blick (2025/2026)
Baugenehmigungen & Bauaktivität
Baugenehmigungen sind der wichtigste Frühindikator für die Baukonjunktur: Was heute genehmigt wird, bestimmt den Materialbedarf in 6 bis 18 Monaten. Nach dem Boom 2020–2021 brach die Zahl ab 2022 dramatisch ein – verursacht durch steigende Zinsen, explodierende Baukosten und den Wegfall von Förderprogrammen. Für den Markt in Nordhessen bedeutet das: weniger Neubau-Projekte, aber anhaltende Nachfrage aus dem Infrastruktur- und Gewerbebereich.
Baugenehmigungen Wohngebäude Deutschland · Quelle: Destatis, Fachserie 5 Reihe 1
Baugenehmigungen im Detail (Deutschland 2019–2025)
| Jahr | Deutschland | Änd. z. Vj. | Hessen * | Kassel-Rgn. * |
|---|---|---|---|---|
| 2019 | 360.537 | – | ca. 25.700 | ca. 3.200 |
| 2020 | 368.502 | +2,2 % | ca. 26.300 | ca. 3.350 |
| 2021 ▲ | 380.197 | +3,2 % | ca. 27.100 | ca. 3.500 |
| 2022 | 354.400 | −6,8 % | ca. 25.200 | ca. 3.100 |
| 2023 | 260.100 | −26,6 % | ca. 18.500 | ca. 2.300 |
| 2024 ▼ | 215.300 | −17,2 % | ca. 15.300 | ca. 1.900 |
| 2025 ▲ | 238.500 | +10,8 % | 16.772 | ca. 2.100 |
Quelle: Destatis, Fachserie 5 Reihe 1. Hessen 2025: HSL Hessen, Kennziffer F II 1 – j/25 (April 2026). Hessen +21,8 % vs. 2024 – über dem Bundesdurchschnitt (+10,8 %).
Genehmigungen nach Gebäudetyp (Deutschland 2024 und 2025)
Hochbau-relevante Einfamilienhäuser erholen sich 2025 deutlich (+17,2 %) – relevant für den Pflaster- und Schüttgutbedarf. Mehrfamilienhäuser legen +12,1 % zu. Strukturell fehlen in Deutschland weiterhin rund 160.000 Wohnungen pro Jahr: Bei 238.500 Genehmigungen vs. einem Bedarf von ca. 400.000 bleibt der Nachfrageüberhang langfristig ein Preistreiber.
| Gebäudetyp | Wohnungen 2024 | Wohnungen 2025 | Änd. 2024→2025 |
|---|---|---|---|
| Einfamilienhäuser | 38.000 | 44.500 | +17,2 % |
| Zweifamilienhäuser | 12.700 | 12.600 | −1,1 % |
| Mehrfamilienhäuser | 114.200 | 128.100 | +12,1 % |
| Wohnheime & Sonstige | ca. 50.400 | ca. 53.300 | +5,8 % |
| Gesamt Wohnungen | 215.300 | 238.500 | +10,8 % |
Quelle: Destatis, Pressemitteilung Februar 2026 (PD26_052_3111). Jahresergebnis 2025 bestätigt.
Monatliche Baugenehmigungen Q1 2026 (Deutschland)
| Monat 2026 | Wohnungen | Änd. z. Vorjahresmonat | Destatis-Quelle |
|---|---|---|---|
| Januar 2026 | ca. 19.500 | +8,4 % | PD26_088_3111 |
| Februar 2026 | 22.200 | +24,1 % | PD26_137_3111 |
| März 2026 | 21.800 | +11,5 % | PD26_166_3111 |
| Q1 2026 gesamt | 63.500 | +14,6 % | Destatis bestätigt |
Quelle: Destatis, Pressemitteilungen März–Mai 2026. April 2026 voraussichtlich ab Juni 2026 verfügbar.
Schüttgut & Rohstoffpreise
Die Jahre 2021–2023 waren geprägt von massiven Preissteigerungen. Der allgemeine Baupreisindex steigt weiter: +3,0 % in 2024, +3,1 % in 2025 (Destatis). Treiber sind vor allem Löhne und Energiekosten. Bei Schüttgütern wie Kies, Sand und Schotter wirkt die gesunkene Bautätigkeit jedoch dämpfend – die geringere Nachfrage bremst den Preisauftrieb. Zusätzlich spielt regionale Verfügbarkeit eine Schlüsselrolle: In Nordhessen werden Basalt und Kies lokal gewonnen, was Transportkosten (30–50 % des Endpreises) und damit Preissteigerungen gegenüber überregionalen Märkten deutlich reduziert.
Baupreisindex Wohngebäude Neubau (Jahresdurchschnitt, umgerechnet 2015 = 100) · Quelle: Destatis, Erzeugerpreisindizes für das Baugewerbe
Baupreisindex Wohngebäude Neubau (2015 = 100)
| Jahr (Q4) | Baupreisindex | Änd. z. Vj. | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| 2019 | 113,4 | +3,8 % | Kontinuierlich |
| 2020 | 117,7 | +3,8 % | COVID-Materialknappheit |
| 2021 | 134,9 | +14,6 % | Lieferkettenstörungen |
| 2022 | 166,8 | +23,6 % | Energiepreisschock (Peak) |
| 2023 | 181,6 | +8,9 % | Höchststand – träge Abkühlung |
| 2024 v | 187,0 | +3,0 % | Weiter steigend (Löhne, Energie) |
| 2025 ▲ | 192,8 | +3,1 % | Bestätigt (Destatis) |
Quelle: Destatis, Preise – Erzeugerpreisindizes Baugewerbe. Basisjahr 2015 = 100. Umgerechnet aus 2021 = 100 (Faktor 1,431). v = vorläufig. Q1 2026: ca. 196.
Preisentwicklung Schüttgüter 2020–2025
| Material | Preisanstieg 2020–2023 | Trend 2024/2025 | Haupttreiber |
|---|---|---|---|
| Kies & Sand | +28–38 % | Stabilis. durch ↓ Nachfrage | Diesel, Abraum |
| Schotter | +25–35 % | Stabilis. durch ↓ Nachfrage | Diesel, Energie (Brechen) |
| Splitt & Edelsplitt | +22–32 % | Stabilis. durch ↓ Nachfrage | Energie (Sieben) |
| Transportbeton | +40–55 % | Weiter steigend (+3–4 %) | Zement, Energie, Löhne |
| Mauersteine | +35–50 % | Weiter steigend (+2–3 %) | Energie (Brennen), Löhne |
Quelle: Destatis Erzeugerpreisindizes, Bauindustrieverband. Schätzungskorridore aus öffentlichen Indizes. Trend 2024/2025: eigene Schätzung auf Basis aktueller Marktbeobachtung.
Beschäftigung im Bauhauptgewerbe
Das Bauhauptgewerbe ist einer der größten Arbeitgeber Deutschlands. Nach starkem Beschäftigungsaufbau in den 2010er-Jahren erreichte die Zahl 2022 ihren Höhepunkt. Destatis (Betriebe ≥ 20 Mitarbeiter) zählt 2024 ca. 845.000 Beschäftigte (−4,7 %). Über alle Betriebsgrößen erfasst der ZDB hingegen rund 923.000 Beschäftigte 2025 – und sieht die Trendwende bestätigt: Umsatz 2025 ca. 168 Mrd. Euro (+3 %), Auftragseingang +6,8 %. Die Branche stabilisiert sich, auch wenn der strukturelle Fachkräftemangel bestehen bleibt.
| Jahr | Deutschland | Änd. z. Vj. | Hessen (ca.) |
|---|---|---|---|
| 2019 | 854.000 | +2,1 % | 62.000 |
| 2020 | 869.000 | +1,8 % | 64.000 |
| 2021 | 878.000 | +1,0 % | 65.000 |
| 2022 ▲ | 895.000 | +1,9 % | 68.000 |
| 2023 | 887.000 | −0,9 % | ca. 66.000 |
| 2024 v | 845.000 | −4,7 % | ca. 62.000 |
| 2025 v | ca. 822.000* | −2,7 % | ca. 60.000 |
Quelle: Destatis, Betriebe und Beschäftigte im Bauhauptgewerbe (Betriebe ≥ 20 Mitarbeiter). * ZDB-Gesamterhebung (alle Betriebsgrößen) zeigt 2025 ca. 923.000 Beschäftigte – leicht steigend. Hessen: Schätzung ~7–8 % national. v = vorläufig.
Fachkräftemangel: Strukturelle Bremse der Branche
| Indikator | Deutschland 2024 (ca.) | Trend |
|---|---|---|
| Offene Stellen Bauhauptgewerbe | ca. 78.000 | Rückläufig, aber noch hoch |
| Auszubildende Maurer/Tiefbauer | ca. 27.000 | Rückläufig |
| Anteil 55+-Beschäftigte im Bau | ca. 23 % | Steigend |
| Ø Rentenalter Bauarbeiter | 63 Jahre | Stabil |
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, ZDB-Jahresbericht 2024, DIHK Fachkräftebericht.
Auswirkung auf Materialbestellungen: Längere Bauzeiten durch Kapazitätsengpässe bedeuten, dass Projekte häufig über zwei oder drei Saisons laufen. Frühzeitige Anfragen – idealerweise vor dem Saison-Peak im April – helfen, Lieferzeiten und Verfügbarkeit sicherzustellen. Materialbedarf berechnen oder direkt anfragen.
Saisonalität & Wetterbedingungen Kassel
Die Baubranche ist stark saisonabhängig. Nordhessen hat aufgrund seiner Lage im Hessischen Bergland etwas härtere Wintersaisons als die Rhein-Main-Ebene. Frost bremst Außenarbeiten, Beton- und Pflasterarbeiten erfordern Temperaturen über +3 °C. Für Schüttgutlieferungen gilt: ganzjährig möglich, aber Vorausplanung im Winter empfehlenswert.
Saisonaler Bauaktivitäts-Index Kassel/Nordhessen (Jahresdurchschnitt = 100) · Quelle: Destatis Saisonbereinigung, DWD, eigene Berechnung
Klimakennzahlen Kassel für die Bauwirtschaft
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Klimastation Kassel, langjähriges Mittel 1991–2020.
Daten zitieren & verwenden
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Methodik & Datenquellen
Diese Seite aggregiert öffentlich zugängliche Daten aus amtlichen Statistiken und Branchenverbänden. Regionale Werte für Hessen und Kassel werden, wo keine direkten Veröffentlichungen vorliegen, auf Basis nationaler Anteile geschätzt und als solche gekennzeichnet. Destatis veröffentlicht Baugenehmigungsdaten mit ca. 2 Monaten Verzug – diese Seite wird monatlich aktualisiert sobald neue Daten vorliegen.
- Statistisches Bundesamt (Destatis) – Baugenehmigungen (Fachserie 5 Reihe 1), Baupreisindizes, Beschäftigte im Bauhauptgewerbe
- Hessisches Statistisches Landesamt (HSL) – Baugenehmigungen Hessen, regionale Beschäftigtendaten
- Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) – Branchenberichte, Fachkräftemangel, Umsatzstatistiken
- Deutscher Wetterdienst (DWD) – Klimastation Kassel, Langzeitmittel 1991–2020
- Baustoffe Steinbach – eigene Marktbeobachtung – Saisonaler Aktivitätsindex, regionale Preiseinschätzungen Nordhessen
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Häufige Fragen zur Baubranche
Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 215.300 Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt (Destatis) – ein Rückgang von 17,2 % gegenüber 2023 (260.100) und der niedrigste Stand seit Jahrzehnten. 2025 zeichnet sich bereits eine Trendwende ab: Mit 238.500 Genehmigungen stieg die Zahl um +10,8 %. Q1 2026 bestätigt den Aufwärtstrend mit +14,6 %.
Die Baupreise steigen weiter – wenn auch langsamer als in den Krisenjahren. Der Baupreisindex für Wohngebäude Neubau (2015 = 100) stieg 2024 auf ca. 187,0 Punkte (+3,0 % vs. 2023) und 2025 auf ca. 192,8 Punkte (+3,1 %). Im Vergleich zum Energiepreisschock 2022 (+23,6 %) ist die Dynamik gedämpft – Treiber sind nun vor allem steigende Löhne. Gegenüber 2015 liegen Baupreise damit rund 93 % höher. Für Q1 2026 wird ein Indexwert von ca. 196 erwartet.
Im Bauhauptgewerbe waren 2024 bundesweit vorläufig rund 845.000 Personen beschäftigt – nach dem Hoch von 2022 (895.000) ein deutlicher Rückgang. In Hessen arbeiteten ca. 62.000 Menschen im Bauhauptgewerbe. Der Stellenabbau beschleunigt sich, da Auftragspolster aus den Boomjahren aufgebraucht sind.
Die optimale Bausaison in Kassel dauert von April bis Oktober (7 Monate). Der Peak liegt im Juli mit einem saisonalen Aktivitätsindex von 130 gegenüber 62 im Januar. Kassel hat ca. 60–80 Frosttage pro Jahr, was Außenarbeiten im Winter einschränkt. Schüttgutlieferungen sind ganzjährig möglich.
Hessen ist eines der umsatzstärksten Bundesländer im Bauhauptgewerbe – angetrieben von der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main. Mit ca. 7 % Anteil an nationalen Baugenehmigungen ist Hessen überproportional aktiv. Die Region Kassel profitiert von Infrastrukturprojekten (Autobahn, Bahn) und stabilem Gewerbeflächenbedarf.
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