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Stand: Mai 2026 – Diese Seite wird monatlich mit aktuellen Destatis-Daten aktualisiert.

Diese Statistikseite bündelt die wichtigsten Kennzahlen zur deutschen Baubranche – mit Fokus auf Hessen und die Region Kassel/Nordhessen. Als lokaler Baustoff- und Schüttguthändler beobachten wir Marktentwicklung, Materialpreise und Nachfrage täglich aus nächster Nähe. Die Daten eignen sich als Referenz für Planer, Bauunternehmen, Journalisten und private Bauherren.

🇩🇪 Deutschland gesamt 📍 Hessen 🏠 Kassel & Nordhessen

Kennzahlen auf einen Blick (2025/2026)

238.500
Baugenehmigungen Wohnungen Deutschland 2025 (Destatis bestätigt)
▲ +10,8 % vs. 2024 – Trendwende!
192,8
Baupreisindex 2025 (2015 = 100) – weiter moderat steigend
▲ +3,1 % vs. 2024
+14,6 %
Baugenehmigungen Q1 2026 – 63.500 Wohnungen genehmigt
▲ vs. Q1 2025 – Erholung setzt sich fort
7 Monate
Optimale Bausaison in Kassel (Apr.–Okt.)
▲ Peak: Juli/August

Baugenehmigungen & Bauaktivität

Baugenehmigungen sind der wichtigste Frühindikator für die Baukonjunktur: Was heute genehmigt wird, bestimmt den Materialbedarf in 6 bis 18 Monaten. Nach dem Boom 2020–2021 brach die Zahl ab 2022 dramatisch ein – verursacht durch steigende Zinsen, explodierende Baukosten und den Wegfall von Förderprogrammen. Für den Markt in Nordhessen bedeutet das: weniger Neubau-Projekte, aber anhaltende Nachfrage aus dem Infrastruktur- und Gewerbebereich.

Trendwende 2025: Nach dem Tiefpunkt 2024 (215.300 Wohnungen – niedrigster Wert seit 2010) stieg die Zahl der Baugenehmigungen 2025 erstmals wieder: +10,8 % auf 238.500 Wohnungen (Destatis bestätigt). Im ersten Quartal 2026 setzte sich die Erholung fort (+14,6 % vs. Q1 2025). Für Nordhessen und Kassel bedeutet das mittelfristig wieder steigende Materialnachfrage – insbesondere bei Tiefbau- und Schüttgutmaterialien.

Baugenehmigungen im Detail (Deutschland 2019–2025)

Quelle: Destatis (bestätigt). * Schätzung: Hessen ≈ 7,1 % national; Kassel-Region = Stadt + Landkreis Kassel, Schätzung HSL Hessen.
Jahr Deutschland Änd. z. Vj. Hessen * Kassel-Rgn. *
2019360.537ca. 25.700ca. 3.200
2020368.502+2,2 %ca. 26.300ca. 3.350
2021 ▲380.197+3,2 %ca. 27.100ca. 3.500
2022354.400−6,8 %ca. 25.200ca. 3.100
2023260.100−26,6 %ca. 18.500ca. 2.300
2024 ▼215.300−17,2 %ca. 15.300ca. 1.900
2025 ▲238.500+10,8 %16.772ca. 2.100

Quelle: Destatis, Fachserie 5 Reihe 1. Hessen 2025: HSL Hessen, Kennziffer F II 1 – j/25 (April 2026). Hessen +21,8 % vs. 2024 – über dem Bundesdurchschnitt (+10,8 %).

Hessen übertrifft Bundesdurchschnitt: Mit 16.772 genehmigten Wohnungen 2025 (+21,8 % vs. 2024) erholt sich Hessen deutlich schneller als der Bundesschnitt (+10,8 %). Das stärkt die Hochbau-Nachfrage und die Materialnachfrage für Schüttgüter, Pflaster und Außenanlagen in der Region. Unser Liefergebiet Nordhessen profitiert direkt.

Genehmigungen nach Gebäudetyp (Deutschland 2024 und 2025)

Hochbau-relevante Einfamilienhäuser erholen sich 2025 deutlich (+17,2 %) – relevant für den Pflaster- und Schüttgutbedarf. Mehrfamilienhäuser legen +12,1 % zu. Strukturell fehlen in Deutschland weiterhin rund 160.000 Wohnungen pro Jahr: Bei 238.500 Genehmigungen vs. einem Bedarf von ca. 400.000 bleibt der Nachfrageüberhang langfristig ein Preistreiber.

Gebäudetyp Wohnungen 2024 Wohnungen 2025 Änd. 2024→2025
Einfamilienhäuser38.00044.500+17,2 %
Zweifamilienhäuser12.70012.600−1,1 %
Mehrfamilienhäuser114.200128.100+12,1 %
Wohnheime & Sonstigeca. 50.400ca. 53.300+5,8 %
Gesamt Wohnungen215.300238.500+10,8 %

Quelle: Destatis, Pressemitteilung Februar 2026 (PD26_052_3111). Jahresergebnis 2025 bestätigt.

Monatliche Baugenehmigungen Q1 2026 (Deutschland)

Monat 2026 Wohnungen Änd. z. Vorjahresmonat Destatis-Quelle
Januar 2026ca. 19.500+8,4 %PD26_088_3111
Februar 202622.200+24,1 %PD26_137_3111
März 202621.800+11,5 %PD26_166_3111
Q1 2026 gesamt63.500+14,6 %Destatis bestätigt

Quelle: Destatis, Pressemitteilungen März–Mai 2026. April 2026 voraussichtlich ab Juni 2026 verfügbar.

Schüttgut & Rohstoffpreise

Die Jahre 2021–2023 waren geprägt von massiven Preissteigerungen. Der allgemeine Baupreisindex steigt weiter: +3,0 % in 2024, +3,1 % in 2025 (Destatis). Treiber sind vor allem Löhne und Energiekosten. Bei Schüttgütern wie Kies, Sand und Schotter wirkt die gesunkene Bautätigkeit jedoch dämpfend – die geringere Nachfrage bremst den Preisauftrieb. Zusätzlich spielt regionale Verfügbarkeit eine Schlüsselrolle: In Nordhessen werden Basalt und Kies lokal gewonnen, was Transportkosten (30–50 % des Endpreises) und damit Preissteigerungen gegenüber überregionalen Märkten deutlich reduziert.

Baupreisindex Wohngebäude Neubau (2015 = 100)

Jahr (Q4) Baupreisindex Änd. z. Vj. Anmerkung
2019113,4+3,8 %Kontinuierlich
2020117,7+3,8 %COVID-Materialknappheit
2021134,9+14,6 %Lieferkettenstörungen
2022166,8+23,6 %Energiepreisschock (Peak)
2023181,6+8,9 %Höchststand – träge Abkühlung
2024 v187,0+3,0 %Weiter steigend (Löhne, Energie)
2025 ▲192,8+3,1 %Bestätigt (Destatis)

Quelle: Destatis, Preise – Erzeugerpreisindizes Baugewerbe. Basisjahr 2015 = 100. Umgerechnet aus 2021 = 100 (Faktor 1,431). v = vorläufig. Q1 2026: ca. 196.

Preisentwicklung Schüttgüter 2020–2025

Material Preisanstieg 2020–2023 Trend 2024/2025 Haupttreiber
Kies & Sand+28–38 %Stabilis. durch ↓ NachfrageDiesel, Abraum
Schotter+25–35 %Stabilis. durch ↓ NachfrageDiesel, Energie (Brechen)
Splitt & Edelsplitt+22–32 %Stabilis. durch ↓ NachfrageEnergie (Sieben)
Transportbeton+40–55 %Weiter steigend (+3–4 %)Zement, Energie, Löhne
Mauersteine+35–50 %Weiter steigend (+2–3 %)Energie (Brennen), Löhne

Quelle: Destatis Erzeugerpreisindizes, Bauindustrieverband. Schätzungskorridore aus öffentlichen Indizes. Trend 2024/2025: eigene Schätzung auf Basis aktueller Marktbeobachtung.

Nordhessen-Vorteil: Kies und Schotter aus regionaler Gewinnung sind preislich stabiler als überregional bezogene Materialien – Transportkosten machen 30–50 % des Endpreises aus. Wer im Frühjahr vor dem Saison-Peak bestellt, profitiert von besserer Verfügbarkeit.

Beschäftigung im Bauhauptgewerbe

Das Bauhauptgewerbe ist einer der größten Arbeitgeber Deutschlands. Nach starkem Beschäftigungsaufbau in den 2010er-Jahren erreichte die Zahl 2022 ihren Höhepunkt. Destatis (Betriebe ≥ 20 Mitarbeiter) zählt 2024 ca. 845.000 Beschäftigte (−4,7 %). Über alle Betriebsgrößen erfasst der ZDB hingegen rund 923.000 Beschäftigte 2025 – und sieht die Trendwende bestätigt: Umsatz 2025 ca. 168 Mrd. Euro (+3 %), Auftragseingang +6,8 %. Die Branche stabilisiert sich, auch wenn der strukturelle Fachkräftemangel bestehen bleibt.

Jahr Deutschland Änd. z. Vj. Hessen (ca.)
2019854.000+2,1 %62.000
2020869.000+1,8 %64.000
2021878.000+1,0 %65.000
2022 ▲895.000+1,9 %68.000
2023887.000−0,9 %ca. 66.000
2024 v845.000−4,7 %ca. 62.000
2025 vca. 822.000*−2,7 %ca. 60.000

Quelle: Destatis, Betriebe und Beschäftigte im Bauhauptgewerbe (Betriebe ≥ 20 Mitarbeiter). * ZDB-Gesamterhebung (alle Betriebsgrößen) zeigt 2025 ca. 923.000 Beschäftigte – leicht steigend. Hessen: Schätzung ~7–8 % national. v = vorläufig.

Fachkräftemangel: Strukturelle Bremse der Branche

Indikator Deutschland 2024 (ca.) Trend
Offene Stellen Bauhauptgewerbeca. 78.000Rückläufig, aber noch hoch
Auszubildende Maurer/Tiefbauerca. 27.000Rückläufig
Anteil 55+-Beschäftigte im Bauca. 23 %Steigend
Ø Rentenalter Bauarbeiter63 JahreStabil

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, ZDB-Jahresbericht 2024, DIHK Fachkräftebericht.

Auswirkung auf Materialbestellungen: Längere Bauzeiten durch Kapazitätsengpässe bedeuten, dass Projekte häufig über zwei oder drei Saisons laufen. Frühzeitige Anfragen – idealerweise vor dem Saison-Peak im April – helfen, Lieferzeiten und Verfügbarkeit sicherzustellen. Materialbedarf berechnen oder direkt anfragen.

Saisonalität & Wetterbedingungen Kassel

Die Baubranche ist stark saisonabhängig. Nordhessen hat aufgrund seiner Lage im Hessischen Bergland etwas härtere Wintersaisons als die Rhein-Main-Ebene. Frost bremst Außenarbeiten, Beton- und Pflasterarbeiten erfordern Temperaturen über +3 °C. Für Schüttgutlieferungen gilt: ganzjährig möglich, aber Vorausplanung im Winter empfehlenswert.

Klimakennzahlen Kassel für die Bauwirtschaft

60–80
Frosttage pro Jahr (T < 0 °C) in Kassel
Risikopeak: Jan./Feb.
~630 mm
Jahresniederschlag Kassel (langjährig)
Gleichmäßig verteilt
~1.650 h
Sonnenstunden pro Jahr Kassel
Peak: Jun.–Aug.
7 Monate
Frostsichere Bausaison (Apr.–Okt.)
Optimales Lieferfenster

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Klimastation Kassel, langjähriges Mittel 1991–2020.

Praktisch: Frischbeton unter +5 °C nicht verarbeiten. Pflasterarbeiten im Splittbett ab +3 °C möglich, aber erhöhte Sorgfalt nötig. Schüttgutlieferungen sind ganzjährig möglich – bei Schnee/Eis Pufferzeit einplanen. Tipp: Im März-Fenster bestellen, bevor der April-Rush einsetzt.

Methodik & Datenquellen

Diese Seite aggregiert öffentlich zugängliche Daten aus amtlichen Statistiken und Branchenverbänden. Regionale Werte für Hessen und Kassel werden, wo keine direkten Veröffentlichungen vorliegen, auf Basis nationaler Anteile geschätzt und als solche gekennzeichnet. Destatis veröffentlicht Baugenehmigungsdaten mit ca. 2 Monaten Verzug – diese Seite wird monatlich aktualisiert sobald neue Daten vorliegen.

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Häufige Fragen zur Baubranche

Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 215.300 Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt (Destatis) – ein Rückgang von 17,2 % gegenüber 2023 (260.100) und der niedrigste Stand seit Jahrzehnten. 2025 zeichnet sich bereits eine Trendwende ab: Mit 238.500 Genehmigungen stieg die Zahl um +10,8 %. Q1 2026 bestätigt den Aufwärtstrend mit +14,6 %.

Die Baupreise steigen weiter – wenn auch langsamer als in den Krisenjahren. Der Baupreisindex für Wohngebäude Neubau (2015 = 100) stieg 2024 auf ca. 187,0 Punkte (+3,0 % vs. 2023) und 2025 auf ca. 192,8 Punkte (+3,1 %). Im Vergleich zum Energiepreisschock 2022 (+23,6 %) ist die Dynamik gedämpft – Treiber sind nun vor allem steigende Löhne. Gegenüber 2015 liegen Baupreise damit rund 93 % höher. Für Q1 2026 wird ein Indexwert von ca. 196 erwartet.

Im Bauhauptgewerbe waren 2024 bundesweit vorläufig rund 845.000 Personen beschäftigt – nach dem Hoch von 2022 (895.000) ein deutlicher Rückgang. In Hessen arbeiteten ca. 62.000 Menschen im Bauhauptgewerbe. Der Stellenabbau beschleunigt sich, da Auftragspolster aus den Boomjahren aufgebraucht sind.

Die optimale Bausaison in Kassel dauert von April bis Oktober (7 Monate). Der Peak liegt im Juli mit einem saisonalen Aktivitätsindex von 130 gegenüber 62 im Januar. Kassel hat ca. 60–80 Frosttage pro Jahr, was Außenarbeiten im Winter einschränkt. Schüttgutlieferungen sind ganzjährig möglich.

Hessen ist eines der umsatzstärksten Bundesländer im Bauhauptgewerbe – angetrieben von der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main. Mit ca. 7 % Anteil an nationalen Baugenehmigungen ist Hessen überproportional aktiv. Die Region Kassel profitiert von Infrastrukturprojekten (Autobahn, Bahn) und stabilem Gewerbeflächenbedarf.