Nach einem langen Winter sehen viele Terrassen mitgenommen aus – Moosbelag, ausgewaschene Fugen, Kalkflecken und grüne Schlieren. Mit den richtigen Mitteln und einer systematischen Vorgehensweise bringst du deine Terrassenplatten schnell wieder auf Vordermann. Was dabei gilt, hängt stark vom Plattenmaterial ab.
Schritt 1: Terrasseninspektion – was prüfe ich nach dem Winter?
Bevor du mit Wasser und Bürste loslegst, schau dir die Terrasse genau an:
- Fugen: Sind Fugen ausgewaschen, bröckelig oder von Unkraut durchwachsen? Falls ja, nach der Reinigung nachfugen.
- Platten: Sind einzelne Platten abgesackt, gehoben oder gerissen? Einzelne Platten lassen sich oft einfach neu verlegen.
- Belag: Moos, Algen oder Kalkablagerungen bestimmen, welches Reinigungsmittel du brauchst.
Schritt 2: Betonterrassenplatten reinigen – Hochdruckreiniger und Algenentferner
Betonplatten sind am pflegeleichtesten. Für die Jahresreinigung reicht oft:
- Kehren und groben Schmutz entfernen
- Fläche mit Wasser einweichen (10 Minuten)
- Hochdruckreiniger mit Rotationsdüse, max. 120 bar, 30–40 cm Abstand
- Bei Algen: Algenreiniger aufbringen, 20–30 Min. einwirken lassen, abspülen
- Nach der Reinigung optional imprägnieren
Wichtig: Hochdruckreiniger niemals direkt auf Fugen richten – der Fugensand wird ausgespült.
Schritt 3: Feinsteinzeug und Keramikplatten
Feinsteinzeug ist sehr widerstandsfähig, aber empfindlich gegenüber falschen Reinigungsmitteln. Keine säurehaltigen Reiniger verwenden (Essig, Zitronensäure) – sie greifen die Glasur an. Stattdessen:
- pH-neutralen oder leicht alkalischen Reiniger verwenden
- Weiche Bürste oder Mopp – keine Stahlwolle
- Hochdruckreiniger mit Flachstrahldüse bei max. 150 bar möglich
- Kalkflecken mit speziellem Kalkentferner (für Keramik geeignet) behandeln
Profi-Hinweis: Feinsteinzeug braucht nach der Reinigung keine Imprägnierung – die Oberfläche ist von Natur aus nahezu wasserdicht und fleckenresistent. Eine Imprägnierung der Fugen macht aber Sinn.
Schritt 4: Granit, Basalt und Sandstein schonend reinigen
Natursteinplatten (Granit, Basalt, Sandstein) reagieren sehr unterschiedlich auf Reinigungsmittel. Grundregel: immer zuerst an einer unauffälligen Stelle testen.
- Granit und Basalt: Robust, verträgt Hochdruckreiniger (unter 100 bar), pH-neutrale Reiniger empfohlen
- Sandstein und Kalkstein: Sehr empfindlich – nur weiche Bürste und pH-neutralen Reiniger, kein Hochdruckreiniger
- Alle Natursteine: Nach der Reinigung mit geeignetem Steinimprägniermittel versiegeln – schützt vor Feuchtigkeit und Schmutz
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Fugen nach dem Winter prüfen – wann müssen Terrassenfugen erneuert werden?
Ausgewaschene oder rissige Fugen sind das häufigste Problem nach dem Winter. Herkömmlicher Fugensand muss regelmäßig erneuert werden. Alternativ: Polymerischer Fugensand – stabiler, hemmt Unkrautwuchs und hält mehrere Jahre.
Vorgehensweise beim Nachfugen:
- Alte, lockere Fugen mit einem Fugenkratzer oder Hochdruckreiniger entfernen
- Platten trocknen lassen
- Fugensand einbürsten, bis Fugen vollständig gefüllt sind
- Überschuss abkehren, feucht einsprühen (aktiviert Polymer)
- 24 Stunden trocknen lassen, nicht belasten
🔧 Tipp: Du möchtest wissen, wie viel Fugensand du für deine Terrassenfläche brauchst? Unser Materialrechner hilft dir bei der Mengenkalkulation.
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Schritt 5: Versiegeln und Imprägnieren nach der Reinigung
- Naturstein (Granit, Basalt): Nach der Reinigung mit einem Steinimprägnierer behandeln – schützt vor Öl, Weinflecken und erleichtert zukünftiges Reinigen.
- Sandstein, Kalkstein: Zwingend imprägnieren – diese Steinarten sind sehr saugfähig und verfärben sich sonst schnell dauerhaft.
- Betonplatten: Versiegelung optional, verlängert aber die Optik und verhindert Algenansatz.
- Feinsteinzeug/Keramik: In der Regel nicht nötig – glasierte Oberflächen sind von Natur aus dicht.
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Häufige Reinigungsfehler
- Hochdruckreiniger zu nah oder zu stark: Über 120 bar und Direktstrahl beschädigt Oberflächen und spült Fugensand aus.
- Falsche Reinigungsmittel: Säurehaltige Reiniger beschädigen Naturstein. Immer pH-neutralen oder steinspezifischen Reiniger verwenden.
- Bei Frost reinigen: Nasse Platten frieren über Nacht auf – Rutschgefahr und Frostschäden in offenen Poren.
Fazit: Terrassenplatten reinigen – weniger ist mehr
Die meisten Terrassenplatten brauchen keine Hightech-Reinigung: Ein mildes Reinigungsmittel, eine Bürste und der richtige Schutz für den Steintyp reichen in den meisten Fällen aus. Der häufigste Fehler ist zu viel Druck – Hochdruckreiniger waschen Fugen aus und können Oberflächen dauerhaft aufrauen.
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