Gut verlegte Pflastersteine sehen jahrelang gut aus – vorausgesetzt, die Fugen sind in Ordnung. Ausgewaschene, hohle oder verunkrautete Fugen sind nicht nur ein optisches Problem, sondern können die gesamte Pflasterkonstruktion destabilisieren. In diesem Tipp erklären wir, wann und wie Fugensand erneuert werden sollte.
1. Wann müssen Fugen erneuert werden? Die 5 wichtigsten Anzeichen
Nicht jede ausgewaschene Fuge bedeutet sofortigen Handlungsbedarf – aber diese Zeichen sollte man nicht ignorieren:
- Unkrautwuchs: Pflanzen wurzeln tief in den Fugen – ein klares Zeichen für fehlenden oder organisch kontaminierten Fugensand
- Ameisenbauten: Ameisen tragen Sand gezielt aus den Fugen – nach einem Sommer können erhebliche Hohlräume entstehen
- Hohler Klang: Fugen die beim Draufklopfen hohl klingen, haben keinen Halt mehr – Steine können wandern
- Sichtbar tiefe Fugen: Wenn der Fugensand mehr als 5 mm unter der Steinoberkante liegt, muss nachgefüllt werden
- Abgesackte Steine: Wenn Steine sich gesenkt haben, sind meist Fugen- und Bettungsschicht betroffen
2. Normaler Fugensand vs. polymerischer Fugensand
Normaler Quarzsand ist kostengünstig und ausreichend für wenig belastete Flächen wie Gartenwege oder Terrassen mit breiten Fugen. Er hat aber den Nachteil, dass er bei Starkregen ausgewaschen wird und Unkraut kaum widersteht.
Polymerischer Fugensand enthält Kunstharzpolymere, die nach Wasserzugabe zu einer stabilen, elastischen Masse abbinden. Er ist unkrautresistenter, wasserdurchlässig und bleibt bei Frost elastisch – das verhindert Ausbrüche. Für Einfahrten, Terrassen und stark belastete Flächen ist er die deutlich überlegene Wahl.
📌 Fugensand auswählen: Fugensand wählen – Welcher Sand ist der richtige für Einfahrt & Terrasse?
3. Schritt für Schritt: So wird Fugensand erneuert
- Fugen von Unkraut, Moos und losem Material reinigen (Fugenmesser oder Bürstenaufsatz)
- Fläche komplett trocknen lassen – Feuchtigkeit verhindert gutes Einbürsten
- Fugensand gleichmäßig auf der Fläche aufschütten
- Mit einem harten Besen diagonal zur Fugenrichtung einbürsten
- Vorgang wiederholen, bis alle Fugen vollständig gefüllt sind
- Bei polymerischem Sand: Mit feinem Wasserstrahl aktivieren – nicht überfluten
- 24–48 Stunden trocknen lassen, danach ggf. noch einmal nachbürsten
Profi-Tipp: Fugensand niemals bei feuchtem Untergrund einbringen. Auch wenn die Oberfläche trocken wirkt – Feuchtigkeit in den Fugen selbst verhindert, dass Polymersand gleichmäßig aushärtet. Mindestens 2 trockene Tage vor der Arbeit abwarten.
4. Timing und Witterung beachten
Der beste Zeitpunkt für das Nachsanden ist trockenes Frühjahrswetter bei Temperaturen über 5 °C. Im Herbst vor dem ersten Frost ist es ebenfalls möglich. Im Sommer sollte die Fläche nicht in der prallen Mittagssonne bearbeitet werden – polymerischer Sand kann bei zu hoher Oberflächentemperatur ungleichmäßig aushärten.
📌 Unkraut in Fugen: Unkraut in Pflasterfugen dauerhaft entfernen – 5 Methoden im Vergleich
🔎 Permanenter Schutz: Epoxid-Fugenmörtel – dauerhaft unkrautfrei mit 2K-Reaktivharz
5. Werkzeug und Material im Überblick
- Hochdruckreiniger (max. 100 bar, sonst Fugen ausspülen) oder steife Handbürste
- Fugenmesser / Fugenkratzer zum mechanischen Entfernen
- Polymerfugensand (passend zur Fugenbreite – Hersteller angaben beachten)
- Schaufel, Kehrblech und Besen
- Gießkanne oder Schlauch zum Einschlämmen
6. Fugensand-Mengenberechnung
Wie viel Fugensand brauchst du für deine Fläche? Faustregel: ca. 5–8 kg Polymerfugensand pro m² bei normalen Pflastersteinen (Fugenbreite 3–5 mm). Bei größeren Fugen (10+ mm) bis zu 12 kg/m². Immer 10 % Reserve einplanen.
| Fugenbreite | Fugensand pro m² | Geeignetes Produkt |
|---|---|---|
| 2–5 mm | ca. 5–6 kg | Fein-Polymerfugensand 0/2 |
| 5–10 mm | ca. 6–9 kg | Standard-Polymerfugensand 0/4 |
| 10–20 mm | ca. 9–14 kg | Grob-Fugensand / 2K-Mörtel |
7. Wann reicht Quarzsand – wann muss es Polymerfugensand sein?
Quarzsand (normaler Fugensand) ist günstig und einfach zu verarbeiten, aber er bleibt locker. Unkraut findet leicht Halt, und der Sand wäscht sich bei Regen langsam aus. Geeignet für wenig belastete Flächen im Gartenbereich.
Polymerfugensand bindet nach dem Wässern zu einer wetterfesten, harten Fuge ab. Kein Unkraut, kein Ausschwemmen. Pflicht für Einfahrten und stark frequentierte Wege. Mehr Infos: 1K oder 2K Fugenmörtel – Entscheidungshilfe.
8. Häufige Fehler beim Fugensand erneuern
- Fuge nicht tief genug gereinigt: Alter Sand muss vollständig entfernt werden – sonst haftet der neue Polymersand nicht richtig.
- Bei nassem Wetter einfügen: Polymerfugensand braucht trockene Fugen zum Einbringen und trockenes Wetter nach dem Einschlämmen (mind. 24 h).
- Zu wenig Wässern: Unvollständig aktivierter Polymersand wird bröselig statt fest. Mehrfach gleichmäßig wässern.
- Überschuss nicht weggefegt: Polymersandreste auf der Steinfläche können Flecken hinterlassen. Sofort vor dem Wässern abkehren.
Fazit: Kleine Investition, große Wirkung
Eine Nachsandung kostet wenig Zeit und Material, verlängert aber die Lebensdauer der gesamten Pflasterfläche erheblich. Mehr zur vollständigen Neuverlegung findest du in unserem Ratgeber: Pflastersteine verlegen. Polymerfugensand in verschiedenen Körnungen gibt es direkt bei uns ab Lager. Für Mengenangaben und Produktempfehlungen einfach bei uns melden: Angebot anfragen.