Kaum ist der Frühling da, sprießen zwischen den Pflastersteinen Löwenzahn, Gräser und Moospolster. Wer nur zupft, kämpft jedes Jahr aufs Neue. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Methode wird Unkraut in Pflasterfugen dauerhaft zum Problem der Vergangenheit.
1. Warum wächst Unkraut in Pflasterfugen überhaupt?
Die häufigste Ursache ist ausgewaschener oder zu dünner Fugensand. Wenn Regen den Sand nach unten drückt, entstehen offene Rillen. Windgetragener Staub, Laub und organisches Material füllen diese Lücken – ein ideales Keimbett für Unkrautsamen. Ameisen verschlimmern das Problem zusätzlich, indem sie Sand aus den Fugen tragen und Hohlräume schaffen.
2. Mechanische Entfernung: Das Fugenmesser ist der beste Freund
Bevor eine neue Fugenfüllung eingebracht wird, muss das vorhandene Unkraut vollständig entfernt werden – mit der Wurzel. Praktische Hilfsmittel:
- Fugenkratzer / Fugenmesser: Schmal, handlich, für kleine Flächen ideal
- Fugenbürste mit Stahlborsten: Für größere Flächen, kann auch maschinell eingesetzt werden
- Heißwasser oder Dampfreiniger: Legalste und ökologischste thermische Methode
- Fugenschneider (elektrisch): Für professionelle Flächenreinigung
Profi-Tipp: Bei Unkraut mit langen Pfahlwurzeln wie Löwenzahn reicht Abschneiden nicht – die Pflanze treibt sofort neu aus. Besser: nach Regen mit einem Fugenkratzer tief einstechen und die Wurzel im feuchten Boden komplett herausdrehen. So kommt die ganze Wurzel raus, ohne die Fuge zu beschädigen.
3. Achtung: Salz ist in Deutschland verboten
Immer wieder kursiert der Tipp, Kochsalz oder Speisesalz in Pflasterfugen zu streuen. Das ist in Deutschland nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) § 26 ausdrücklich verboten. Salz gelangt über das Regenwasser ins Grundwasser, schädigt Straßenbäume, Bodenlebewesen und Nachbargärten. Bei Kontrollen drohen Bußgelder bis in den vierstelligen Bereich. Auch Essig und andere Hausmittel sind auf versiegelten Flächen nicht zulässig.
4. Die Langzeitlösung: Polymerischer Fugensand
Polymerischer Fugensand ist die wirksamste dauerhafte Lösung. Er enthält Kunststoffpolymere, die nach dem Einbürsten und Befeuchten zu einer stabilen, leicht elastischen Masse aushärten. Unkrautsamen finden keinen Halt – und der Sand wird auch bei starkem Regen nicht mehr ausgewaschen.
So wird er richtig eingebaut:
- Fugen vollständig von Unkraut und losem Material reinigen
- Pflasterfläche trocken sein lassen (Temperatur mind. 5 °C)
- Fugensand aufschütten und mit einem Besen einbürsten
- Fugen bis oben hin befüllen, Überschuss auf der Fläche entfernen
- Mit feinem Wasserstrahl aktivieren – nicht fluten
- 24 Stunden trocknen lassen, ggf. einmal nachbürsten
📌 Fugensand erneuern: Fugensand erneuern – wann nachfüllen & wie Schritt für Schritt vorgehen
📌 Dauerhafte Lösung: Epoxidharzfugenmörtel – unkrautfreie Fugen dauerhaft versiegeln
📌 Neu pflastern: Einfahrt pflastern – Materialwahl, Unterbau und Kosten Schritt für Schritt
5. Heißschaum & Abflammgerät – wann sinnvoll?
Heißschaumgeräte (z. B. Foamstream) töten Unkraut mit heißem Wasser-/Dampfschaum ohne Chemie. Legale, ökologische Methode – aber teuer in der Anschaffung. Abflammgeräte (Gasbrenner) verbrennen das Grün, töten aber nur die oberirdischen Teile. Bei tief verwurzeltem Unkraut nicht dauerhaft wirksam. Beide Methoden eignen sich gut zur Ergänzung nach dem Fugenmesser-Einsatz.
6. Warum Essigsäure & Salz verboten sind – im Detail
Essigsäure (Essig) und Kochsalz sind als Herbizide in Deutschland verboten (§ 12 PflSchG). Das Verbot gilt auch in Privatgärten. Der Grund: Beide Stoffe schädigen den Boden dauerhaft und gelangen über Regenwasser in Grundwasser und Kanalisation. Bußgelder bis 50.000 € sind möglich. Stattdessen: mechanisch oder mit zugelassenen Fugenpflegeprodukten arbeiten.
7. Der richtige Fugensand verhindert Unkraut langfristig
Polymerfugensand (1K oder 2K) verhärtet in der Fuge und lässt kaum Hohlräume für Unkrautsamen. Nach dem Entfernen des Unkrauts neuen Polymerfugensand einschlämmen – das ist die einzige dauerhaft wirksame Lösung ohne Chemie. Welcher Fugensand passt? 1K vs. 2K Fugenmörtel – Entscheidungshilfe.
8. Prävention: So hält Unkraut sich gar nicht erst fest
- Fugen vollständig füllen – keine Lücken lassen, in denen Wind Samen absetzen kann
- Polymerfugensand statt Quarzsand verwenden
- Pflasterfläche regelmäßig fegen – Erde und Humus in den Fugen bieten Keimgrundlage
- Keine organische Substanz (Blätter, Mulch) auf Pflasterflächen lagern lassen
Fazit: Einmal richtig, dauerhaft sauber
Wer jetzt die Fugen reinigt und mit polymerischem Fugensand neu verfüllt, spart sich jahrelanges Jäten. Wer das gleich richtig machen will, findet in unserem Ratgeber: Pflastersteine verlegen alle wichtigen Infos zu Unterbau und Fugenmaterial. Polymerfugensand in verschiedenen Körperungen und Farben führt Baustoffe Steinbach direkt ab Lager – einfach Angebot anfragen oder vorbeikommen.